Liebe Rotwild-Freunde, liebe Mitstreiter,

auch wenn uns Menschen das Rotwild schon seit vielen Jahrtausenden in seinen Bann zieht, so sind wir doch noch weit davon entfernt, die zahllosen Fragen zu beantworten, die sich bei seiner aufmerksamen Beobachtung ergeben. Allein die Entschlüsselung dieser Geheimnisse wäre Herausforderung genug. Leider ist es jedoch so, dass sich die Lebensbedingungen des Rotwildes im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, derartig schnell verändern, dass wir uns parallel hierzu mit vielen anderen Aspekten befassen müssen, die auf das Rotwild einwirken.

Die durch die Verinselung der Rotwildvorkommen verursachte genetische Verarmung, der Klimawandel, das Auftreten neuer Parasiten und Wildseuchen, der sogenannte Wald-Wild-Konflikt, die potenzielle Hybridisierung von Rot- und Sikawild sowie der stetig zunehmende Freizeitdruck in den Rotwildlebensräumen sind nur einige dieser Faktoren.

Bei dieser Themenfülle ist es dringend geboten, dass Edelwildenthusiasten wie Sie und ich die drängendsten Probleme und Fragen identifizieren und sich gemeinsam mit deren Lösung bzw. mit deren Beantwortung auseinandersetzen. Dies geschieht am besten in einer konstruktiven und durch gegenseitigen Respekt geprägten Atmosphäre, die es uns erlaubt, gemeinsam an den Herausforderungen zu arbeiten und so schneller und vielleicht auch zu besseren Lösungen zu kommen. Mit dem Magazin „Das Edelwild“ wollen ein Forum hierfür schaffen.

„Das Edelwild“ wird von Edelwildenthusiasten für Edelwildenthusiasten erstellt und dient dem fachlichen Austausch zwischen Jagdpraktikern, Wildbiologen und Jagdwissenschaftlern im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Der Aufbau des Magazins zielt bewusst darauf ab, die Grenzen zwischen der Wissenschaft und dem wissenshungrigen Praktiker zu überwinden, so dass sich beide Bereiche zum Wohle des Rotwildes gegenseitig bereichern.

Die Ende Januar erscheinende erste Ausgabe kann Ihnen nur einen kleinen Eindruck von dem Potenzial vermitteln, dass in einer solcher Kooperation und in einem solchen Austausch schlummert. Deshalb hoffe ich auch auf Ihr Wohlwollen, wenn diese Ausgabe regional noch nicht besonders ausgewogen ist, die eine oder andere Kategorie noch etwas spärlich gefüllt ist oder sich vielleicht hier oder dort ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Lassen Sie uns dieses Potenzial gemeinsam heben und künftige Ausgaben zu einem Kleinod machen, dass das Herz von uns Rotwildenthusiasten erfreut, uns gegenseitig bereichert und dabei hilft, die Zukunft des Rotwildes in unseren Breiten zu sichern.

Ich hoffe, dass Sie sich aktiv in diesen Prozess einbringen und freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Wie Sie Ihre Beiträge am einfachsten einreichen, ist hier beschrieben.